Katholische Aktion
Christlich geht anders - Solidarische Antworten auf die soziale Frage
Apr
20
21:30, Samstag, 20. April 2019
Seitenstetten, Berg 11
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10:00, Montag, 22. April 2019
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19:00, Donnerstag, 25. April 2019
Raabs an der Thaya
 
 

Ökumene

 

Unter dem Motto „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen“ feierten sechs Glaubens-gemeinschaften einen ökumenischen Gottesdienst im Rahmen der „Weltgebetswoche für die Ein-heit der Christen“.
„Unsere Einheit in Christus gibt uns Kraft, uns am vielfältigen Ringe um Gerechtigkeit zu beteiligen und für die Würde des Lebens einzutreten“
Als Organisationen sind wir getrennt, aber heute Abend bei diesem Gottesdienst vereint, mit die-sen Worten eröffnete Superintendent Lars Müller-Marienburg am 20. Jänner den ökumenischen Gottesdienst in der Landhauskapelle, an dem Vertreter aus insgesamt sechs Religionsgemeinschaf-ten teilnahmen: aus der katholischen Kirche, der russisch-orthodoxen und rumänisch-orthodoxen Kirche, aus der altkatholischen sowie der evangelischen Kirche A.B. und der evangelisch-methodischen Kirche.

 

Auf gut österreichisch ist ein „Hatscher“ ein weiter, beschwerlicher Weg. Im Mittelalter erhielten die christlichen Jerusalempilger den Ehrentitel „Hadschi“ und im muslimischen bezeichnet der Haddsch die Pilgerreise nach Mekka.
Pilgern in den verschiedenen christlichen Religionen und im Islam, das war das Thema eines großen ökumenischen Studientages mit Archimandrit Paisios, dem Abt des orthodoxen Klosters Maria Schutz im Burgenland, der muslimischen Journalistin Adisa Beganovic, dem evangelischen Pfarrer Andreas Ebert und dem katholischen Weitgeher Ferdinand Kaineder.

Foto von links: Stefan und Marianne Kimeswenger, Richard Gödl, Ferdinand Kaineder, Adisa Beganovic, Lars Müller-Marienburg, Gottfried Auer, Catalin Soare, Andreas Ebert, Wolfgang Grabensteiner, Abt Paisios, Thomas Naske, Axel Isenbart, Dragan Eric, Johann Krammer
 
 
 

Von 18. bis 25. Jänner findet die "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" statt. Während der Gebetswoche kommen weltweit sowie in der Diözese St. Pölten Christen aus unterschiedlichen Konfessionen zusammen, um gemeinsam für die Einheit der Christenheit zu beten. Vertreter der im Ökumenischen Arbeitskreises NÖ-West vertretenen Kirchen feierten in der evangelischen Kirche St. Pölten.

Das Evangelium legte der rumänisch-orthodoxe Pfarrer Catalin-Florin Soare. Er erinnerte daran, dass vor 50 Jahren erstmals ein orthodoxer Patriarch nach Österreich und nach Niederösterreich kam. Außerdem sei das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren ein wichtiges Jubiläum. „Deine rechte Hand, Herr, ist herrlich an Stärke“ (vgl. Ex 15, 6) ist das Motto heuer. Die Materialien zur Gebetswoche wurden in diesem Jahr von den Kirchen in der Karibik vorbereitet. In der Geschichte des Christentums in dieser Region gibt es ein Paradox: Einerseits missbrauchten die Kolonialmächte die Bibel, um die Unterwerfung der einheimischen Bevölkerung sowie der vielen Sklaven aus Afrika, Indien und China zu rechtfertigen. Andererseits wurde die Bibel für viele, die unter der Kolonialherrschaft zu leiden hatten, zur Quelle des Trostes und der Befreiung. Die Bibel ermutigt bis heute die Gläubigen in der Karibik, für Menschenwürde und bessere Lebensbedingungen zu kämpfen.

 

Beim „Tag des Judentums“ der Diözese St. Pölten im Bildungshaus St. Hippolyt erinnerte Mitorganisator Diakon Thomas Naske von der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Krems, dass alle Kirchen ihre Verwurzelung und ihr Fundament im Judentum hätten. Der „Tag des Judentums“ sei gut geeignet zur Selbstbesinnung der Christen, hieß es.

Der evangelische Bischof Michael Bünker appellierte in seinem Referat an die zahlreichen Teilnehmer/innen: „Besuchen wir Synagogen und laden wir jüdische Nachbarn zum Essen ein.“ Er zeigte auf, wie negativ eingestellt der berühmte Reformator Martin Luther gegenüber Juden gewesen sei. Gleichzeitig sei man in der evangelischen Kirche heute so weit, dass man auf die Mission von Juden verzichte und dass man das Nein der Juden zu Jesus Christus ruhig aushalten könne.

 

Die Adventbesinnung des Katholischen Akademiker/innenverbandes und der Personalvertretung DPV - NÖ Landhaus in der Leopoldkapelle des NÖ Landhauses stand ganz im Zeichen des Evangeliums zum 1. Adventsonntag der Leseordnung der evangelischen Kirche. Die Schriftlesung über den Einzug Jesu Christi in Jerusalem rief den Besucherinnen und Besuchern in Erinnerung, dass Jesus wider Erwarten ohne jegliche Zeichen der Macht auf die Menschen zukam.

 

Bei einem ökumenischen Studientag im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt unter dem Titel „Genug für alle. Die Option für die Armen in der Praxis unserer Pfarrgemeinden“ wurde Mut gemacht zum Handeln an der Basis. Grundsätzlich sei – global gesehen - genug für alle Menschen da, aber nicht bei dem Lebensstil, den wir derzeit im Westen pflegen.
 
Magdalena Holztrattner, die Direktorin der Katholischen Sozialakademie Österreichs, fasste den Studientag zusammen: „Genug für alle - bedeutet weniger für uns. Die biblischen Texte, allen voran Jesaja fordern, dass die Gottesliebe sich in der Nächstenliebe erweisen muss und dass Liebe politisch werden muss: Nicht mehr betteln, sondern gerechte Strukturen schaffen.“ Die „Option für die Armen" sei der rote Faden des Evangeliums. Sie rief zu einem zukunftsfähigen persönlichen Lebensstil auf, der „ein weniger als mehr" wahrnehme. Das „eigene Genug“ habe eine gesellschaftsfördernde Wirkung. Wichtig sei dabei immer wieder den Alltag zu unterbrechen, sich einmal am Tag zu fragen: "Wofür lebe ich, was will ich von Herzen gerne tun, wofür bin ich dankbar?“ Mit so einer Haltung könne die destruktive Konsumhaltung überwunden werden und Lebensfreude wachsen.

 

Die "Option für die Armen" in der Praxis unserer Pfarrgemeinden
Ökumenischer Studientag am 17. November von 16 - 21 Uhr im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten

mit Martin Schenk (Diakonie), Bischof Andrej (Serb.-orth. Kirche), Magdalena Holztrattner (ksoe) und vielen Best Practice Beispielen: Obdachlosigkeit (Emmaus), Nothilfe in Pfarren (Caritas), Grundeinkommen (KAB-BS), Flüchtlingsbetreuung (evang. KIrche)

Mit dem Sozialwort von 2003 hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) einen Meilenstein gesetzt. Mit der Arbeitshilfe „Solidarische Gemeinde“ fasste der ÖRKÖ die Ergebnisse des Prozesses „Sozialwort 10+“ zusammen und machte sie für die Arbeit der Pfarrgemeinden fruchtbar. Sie werden ermutigt, die „Option für die Armen“ in der Praxis zu leben. Es ist genug für alle da.

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Bei der Juristenmesse des Katholischen Akademikerverbandes im Stift Altenburg referierte der Wiener evangelische Kirchenhistoriker Prof. Rudolf Leeb über die Entwicklung des Toleranzgedankens in der abendländischen Gesellschaft. Anlass war das Reformationsjahr, das an 500 Jahre Thesenanschlag am Tor der Wittenberger Schlosskirche erinnert.
 
Prof. Leeb spannte einen weiten Bogen von der Antike, dem Römischen Reich, über das Mittelalter, die Reformation bis ins Heute. Obwohl in der Antike die Gesellschaft recht tolerant gewesen sei – viele Kulte existierten nebeneinander – sei die Anerkennung des Staatskultes von Bedeutung gewesen, da es eine Frage der Loyalität zum Staat bedeutet habe.

Foto: Michael Schwarz, Leo Dirnegger, Lars Müller-Marienburg, Angelika Beroun-Linhart, Vorsitzende des Katholischen Akademikerverbandes, Referent Prof. Rudolf Leeb, Johannes Kranner
 

Die Weltgebetswoche zur Einheit der Christen steht heuer im Zeichen von 500 Jahre Reformation. Höhepunkt in Niederösterreich dazu war der Gottesdienst in der St. Pöltner Leopoldkapelle im Landhaus, das Motto lautete: „Versöhnung – die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5,14-20). Dabei wurde Positives angesprochen: Mit der Reformation sei die Bibel wieder verstärkt ins Licht gerückt, aber man erinnerte auch an Negatives, etwa die Verfolgung von Andersgläubigen. Aufgabe der Ökumene sei es jetzt, das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen. Die Predigt hielt der neue Superintendent Lars Müller-Marienburg, der kürzlich zum Vorsitzenden des Ökumenischen Arbeitskreises NÖ-West gewählt wurde.
 
Ökumene bedeute, die Freude der anderen Kirchen am Glauben zu teilen, auch wenn man es vielleicht nicht ganz verstehen könne, betonte Müller-Marienburg. Anhand des berühmten Evangeliums vom verlorenen Sohn könne sich jeder Einzelne und jede Kirche die Frage stellen, ob man eher der barmherzige Vater, der verlorene Sohn oder der treue Sohn sei. In der Ökumene seien alle felsenfest davon überzeugt, rechtgläubig und „die brave Kirche“ zu sein und dazu habe jede Kirche ihre Begründungsmuster.

Nach Müller-Marienburg gebe es drei Punkte zu beachten: Erstens würden alle Kirchen Respekt verdienen, da es allen um den Glauben ernst sei. Erst im letzten Jahrhundert würden die Kirchen sich gegenüber mit Achtsamkeit begegnen, aber auch jetzt gebe es noch Potenzial für Verletzungen in der Sprache. Zweitens sollten sich die Kirche vor Selbstgerechtigkeit schützen. Kirchen würden meinen, sie hätten eine ruhmreiche Geschichte und die richtige Lehre. Daher sollten sie andere um ihre Meinung fragen. Und drittens sollten sich die Kirchen auch untereinander Freude gönnen. Auch der ältere und treue Sohn aus dem Evangelium tue gut daran, dem jüngeren, der sein Vermögen verprasst hat, Lebensfreude, Ehrlichkeit und Mut zu sagen, dass er „Blödsinn“ tat, zuzugestehen.

Foto: Prof. Josef Kreiml, Römisch-katholische Kirche, Pastor Lothar Pöll, Evangelisch-methodistische Kirche, Diakon Prof. Johann Krammer, Russisch-orthodoxe Kirche, Pfarrer Catalin Florin Soare, Rumänisch-orhtodoxe Kirche, Pfarrer Dragan Eric, Serbisch-orthodoxe Kirche, Superintendent Lars Müller-Marienburg, Evangelische Kirche, Vorsitzender des Ökum. AK NÖ-West, Gisela Malekpour, Evangelische Kirche, Ordinariatskanzler Gottfried Auer, Römisch-katholische Kirche, Pfarrer Walter Baer, Altkatholische Kirche

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