Katholische Aktion
Christlich geht anders - Solidarische Antworten auf die soziale Frage
Ich bin in der KA, weil ...
PreisträgerInnen des Diözesanen Umweltpreises 2019
Jan
23
18:00, Sonntag, 23. Januar 2022
St. Pölten, Leopoldkapelle, NÖ Landhaus
Jan
30
13:30, Sonntag, 30. Januar 2022
St. Peter in der Au, Kirche in Kürnberg
Feb
3
19:00, Donnerstag, 03. Februar 2022
Prinzersdorf, Pfarre Prinzersdorf / Pfarrsaal
 
 

Es gibt keine "grüne" Atomkraft

Mit großer Besorgnis reagiert das große und vielfältige Netzwerk der Katholischen Aktion Österreich auf die Ankündigung der Europäischen Kommission, Investitionen in Atomkraft und Gas als nachhaltig zu kategorisieren. 

„Nicht der Ausbau, sondern die Reduktion von Atomkraftwerken weltweit muss das Ziel einer nachhaltigen und auf die nächsten Generationen schauenden Politik sein“, halten die KAÖ-Vorsitzenden anlässlich der in der EU wieder aufgeflammten Diskussion um die Nutzung und den Ausbau von Atomenergie fest: „Es stimmt uns positiv, dass die österreichische Bundesregierung und ausdrücklich die politischen Parteien gegen dieses ‚Greenwashing‘ der gefährlichen Atomenergie und gasförmiger fossiler Brennstoffe in der EU vorgehen wollen. Diese Haltung der Bundesregierung wird breit durch die österreichische Bevölkerung mitgetragen. Das Spiel mit dem sogenannten Restrisiko muss aufhören,“ so das Präsident:innenteam Ferdinand Kaineder, Katharina Renner und Brigitte Knell.

Atommüll als Hypothek für künftige Generationen
Schon jetzt planen einzelne Staaten in der EU, Atomkraft auszubauen bzw. wieder neu einzusteigen. Völlig unklar ist auch in diesen Ländern, was mit dem Atommüll geschehen soll. „Mitweltgerechtigkeit bezieht sich nicht nur auf heute lebende Menschen, sondern auch auf zukünftige Generationen. Es ist eine Zumutung, noch nicht geborenen Kindern diese Last aufzuerlegen, mit dem faktisch falschen Label der Nachhaltigkeit,“ so die KAÖ-Verantwortlichen weiter. Die Lagerung des Atommülls – egal ob aus alten Reaktoren oder modernen Meilern – ist in keinem Land gelöst. Die Mengen des gefährlichen Mülls werden mit jedem Jahr größer, eine Übergangslösung folgt auf die nächste. Gerade in Bezug auf die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus und unsere Verantwortung für die Schöpfung darf der Nachwelt keine derartig schwere Hypothek aufgebürdet werden.

Hybris des technogenen Menschen
Tschernobyl und Fukushima zeigen es: das Risiko bleibt, egal welcher Reaktortyp. Meist ist es eine Kombination von menschlichen Fehlern und technischem Versagen, die zu unvorhergesehenen Zwischenfällen in Atomkraftwerken führt. Unfälle, bei denen es zu einer Kernschmelze und zu einer schnellen Zerstörung des Containments kommt (Super-GAU), sind in jedem Atomkraftwerk jederzeit möglich. Das Argument der geringen Wahrscheinlichkeit wird aufgehoben durch die schrecklichen großräumigen Zerstörungen, die eine Kernschmelze anrichtet. Eine solche Katastrophe würde in den dicht besiedelten Gebieten der EU unermesslichen Schaden verursachen und ganze Landstriche für lange Zeit unbewohnbar machen. Genau das verschließt den nächsten Generationen den Lebensraum.

Die Taxonomie-Verordnung der EU sieht vor, dass eine wirtschaftliche Tätigkeit nicht nur den Umweltzielen dienen soll, sondern gleichzeitig keine erheblichen Schäden anrichten darf („do no significant harm“). Das ist bei der Kernkraft nicht der Fall. Die Kernkraft darf nicht durch die Hintertür grüngewaschen werden.

„Es gibt keine ‚grüne‘ Atomkraft. Atomkraft produziert hochgiftigen Müll, ist teuer und hochriskant. Absurd, dass man so eine Selbstverständlichkeit 2022 nach Tschernobyl oder Fukushima ernsthaft in Erinnerung rufen muss“, betont das KAÖ-Präsident:innenteam.

Presseaussendung der Kath. Aktion Österreichs