Katholische Aktion
Christlich geht anders - Solidarische Antworten auf die soziale Frage
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PreisträgerInnen des Diözesanen Umweltpreises 2019
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Donnerstag, 09. Dezember 2021
, ABGESAGT
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21:00, Donnerstag, 09. Dezember 2021
Eggenburg, Baptist-Stöger Platz 2
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19:30, Montag, 13. Dezember 2021
Seitenstetten, Promenade 13
 
 

Gesellschaftspolitisches und soziales Engagement vor den Vorhang

Foto (C) Martina Bender/Diözese St. Pölten (honorarfrei): v.l.n.r.: P. Milo Ambros, NÖ Landtagspräsident Mag. Karl Wilfing, Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz, P. Bernhard-Michel Schelpe, KMBÖ-Vorsitzender Mag. Ernest Theussl, KMB Diözesanvorsitzender Ing. Karl Toifl.

Romero-Preis 2021 der Katholischen Männerbewegung (KMB) übergeben

Der Romeropreis der Katholischen Männerbewegung wurde am 19. November 2021 an die beiden Priester P. Bernhard-Michel Schelpe und P. Milo Ambros für ihr Engagement in Brasilien übergeben. Beide wirkten jahrzehntelang mit diözesaner Unterstützung in pastoralen, sozialen und schulischen Schwerpunktprojekten. Die Preisverleihung wurde von Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz und dem Obmann der KMB Österreich, Mag. Ernest Theussl, vorgenommen.

Bei der Preisübergabe überbrachte Mag. Karl Wilfing, Präsident des NÖ Landtages, Grußworte von Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner: "Wir sind stolz in Niederösterreich, dass viele beherzte Frauen und Männer aus unserem Bundesland bereit sind, sich für Arme auf allen Kontinenten unserer Erde einzusetzen. Eine besondere Freude, dass zwei Priestern aus dem Prämonstratenserstift Geras für ihr Wirken dieser Preis heute verliehen wird. Ich gratuliere sehr herzlich."

Die Übergabe erfolgte in kleinstem Rahmen, da der diözesane Corona-Krisenstab einer Präsenz-Veranstaltung mit Gästen aufgrund der aktuellen Corona-Situation nicht zustimmen konnte.

Romero ein moderner Heiliger

Ernest Theussl, Vorsitzender der KMB Österreich, unterstrich in seinen kurzen Ausführungen den „Romeropreis als Identitätsmerkmal des entwicklungspolitischen Auftrags der Katholischen Männerbewegung “. Der Preis wird seit 1980 verliehen. Theussl weiter: Romero sei ein moderner Heiliger, keine verstaubte Wandfigur, sondern ein großes Vorbild.

10.000 Euro Preisgeld

„Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde ohne staatliche und kirchliche Gelder aufgebracht, nur durch Beiträge der KMB-Mitglieder“, so KMB-Diözesanobmann Ing. Karl Toifl. Die Katholische Männerbewegung ist mit österreichweit 28.000 Mitgliedern die größte Männerorganisation Österreichs. 

Der Romero-Preis ist ein Menschenrechtspreis, der seit 1980 von der Katholischen Männerbewegung verliehen wird. Ausgezeichnet werden Personen, die sich in besonderer Weise für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Entwicklung in Afrika und Lateinamerika einsetzen.

Unbewaffnete Priester können gut arbeiten

In den brasilianischen Favelas - den Armenvierteln - wo beide wirkten, sei die Kriminalität besonders hoch. „Da traut sich nicht einmal die Polizei hin. Unbewaffnete Priester könnten jedoch gut arbeiten“, so P. Milo. Er war erst im August beim Jahrestreffen des Ordens in Itinga und kann berichten, dass alle seinerzeit begonnenen Projekte – trotz Erschwernisse durch Corona – weitergeführt werden.

"Wir sind sehr gerührt und sehr geehrt. Wir sind nur kleine Männer, die vom Stift Geras - und unterstützt von der Diözese St. Pölten - an die Front geschickt wurden. Durch diese zwei Pfarrergehältern, die wir von der Diözese St. Pölten erhalten haben, haben wir in Brasilien eine Pfarre mit 30 Gemeinden, Kapellen und Pfarrheimen errichten können. Dafür ein großes Danke an die Diözese St. Pölten.", so die beiden Preisträger.

Das Wirken der beiden Preisträger

Aufbau von Strukturen

P. Bernhard und P. Milo wurden 1992 bzw. 1994 vom Waldviertler Prämonstratenserstift Geras unter Abt Joachim Angerer ausgesandt, um in der damals priesterarmen Erzdiözese Sao Salvador de Bahia in Nordostbrasilien pastorale Tätigkeiten zu übernehmen. Da es an kirchlicher und sonstiger Infrastruktur fehlte, schufen die beiden mit großem Eifer die Infrastruktur von ca. 30 comundidades, was etwa 30 österreichischen Pfarren entspricht. Jedes Jahr entstanden Kapellen und Pfarrheime mit Unterstützung aus der Heimat.

1998 wurde ein vom Stift Geras abhängiges Priorat des Prämonstratenserordens in Itinga errichtet. 2009 wurde es als selbständiges Kloster des Ordens anerkannt. P. Milo wurde zum ersten regierenden Prior ernannt. Die ersten drei Priester wurden 2006 geweiht.

Soziale Schwerpunkte

Die Preisträger setzten viele soziale Schwerpunkte, nicht nur um die unmittelbare Not durch Grundnahrungsmittel zu lindern, sondern nachhaltig durch entwicklungsfördernde Aktionen die Selbständigkeit der Menschen und Familien zu sichern. Ganz wichtig waren z.B. Alphabetisierungskurse für Erwachsene, damit diese zu einem Arbeitsplatz kommen konnten. Eine Kindergarteneinrichtung für alleinerziehende Mütter wurde errichtet, damit diese einer Erwerbsarbeit nachgehen konnten.

Mit einem „Lebensmittelgrundkorb“ erhielten die ärmsten Familien monatlich die notwendigsten Grundnahrungsmittel. Diese Familien müssen als Gegenleistung einmal im Monat zu einem Vortrag (über Hygiene, Essenszubereitung, etc.) erscheinen. Die „große Suppe“ ist eine Ausspeisung, die aus unverkäuflicher Ware auf dem Lebensmittelgroßmarkt zubereitet wird. Somit wirkten die Preisträger schon vor Jahrzehnten der Lebensmittelvernichtung entgegen.

Aktuell: Seelsorge im Waldviertel

Seit seiner Resignation als Prior von Itinga ist P. Milo Pfarrmoderator in den Waldviertler Pfarren Sigmundsherberg - Maigen und Rodingersdorf. P. Bernhard lebt heute in Sigmundsherberg bei seinem Mitbruder Milo und hält viele Gottesdienste im Waldviertel.

Bisherige Preisträger aus der Diözese St. Pölten

1984: Kapläne Helmut Buchegger und Josef Pretz, Zentralafrikanische Republik
2002: Bischof Charles Palmer-Buckle und Pfarrer Josef Pichler, Ghana
2012: Pfr. Martin Römer, Mexiko

Rückfragen zur Pressemeldung: Michael Scholz, KMB-Diözesansekretär
0676/8266 15 370 bzw.