Katholische Aktion
Christlich geht anders - Solidarische Antworten auf die soziale Frage
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Eggenburg, Baptist Stöger-Platz 2
 
 

Die eigenen vier Wände dürfen kein Luxus werden!

Wohnen in NÖ: Herausforderungen und Lösungsansätze
Pressekonferenz am 16. Oktober des NÖ Armutsnetzwerkes


„Wir alle brauchen ein Zuhause- Wohnen als Grundbedürfnis“ (Barbara Bühler, Koordinatorin und Obfrau NÖ Armutsnetzwerk)
Wohnen ist ein unverzichtbares Grundbedürfnis, dennoch wird es für viele immer mehr zum Luxus: Die Mietpreise sind in den letzten Jahren massiv gestiegen, die Entwicklung der Einkommen, aber auch die vorhandenen Fördersysteme puffern diese Steigerung nicht ab. Die „eigenen vier Wände“ werden für viele zu einem Armutsrisiko und für manche auch zu einem unerreichbaren Gut. Leistbare Wohnungen sind in Regionen mit guter Infrastruktur kaum noch zu finden, in ländlichen Regionen fehlt es häufig an gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsmitteln. Wohnen wird teurer: Betrug die durchschnittliche Bruttomiete (inkl. Betriebskosten) in Niederösterreich im Jahr 2007 noch 341 Euro, waren es im Jahr 2017 bereits 474 Euro (Steigerung von + 39 %).

Angesichts derart steigender Mietkosten wird es für uns alle und ganz besonders für Menschen mit geringem Einkommen immer mehr zur Belastung Wohnungen zu finden, die leistbar sind und leistbar bleiben, auch wenn sich die Einkommenssituation aufgrund einer Notlage, einer Erkrankung, Arbeitslosigkeit oder im Alter ändert.
Wie zum Beispiel bei Frau Müller (Name geändert): Aufgrund einer schweren Erkrankung kann sie ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben. Zur Sorge um ihre berufliche Zukunft kommen die Sorgen im Hinblick auf ihre zukünftige Wohnsituation. Ihr 19jähriger Sohn beteiligt sich an den Wohnkosten, von seinem Vater hat sie sich vor Jahren getrennt. Wenn ihr Sohn auszieht, muss sie sich eine neue, billigere Wohnung suchen, weil Sie sich die derzeitige Wohnung alleine nicht leisten kann. „Findens mal wen, der Ihnen eine Wohnung gibt, wenn Sie wenig Einkommen haben!“ sagt sie im Gespräch und beschreibt wie belastend sie diese Unsicherheit im Hinblick auf ihre Wohnsituation im Alter erlebt.
Derzeit wird der Wohnzuschuss in NÖ vom Wohnanteil der Mindestsicherung abgezogen. Jene Menschen, die in einer existenziellen Notlage sind, werden also durch diese Förderstrukturen nicht entlastet.
Das im Juni 2019 im NÖ Landtag beschlossene Sozialhilfe Ausführungsgesetz (SAG NÖ) soll mit 1.1.2020 in Kraft treten und wird die Problematik vor allem für Haushalte mit mehreren Kindern, noch verschärfen.

>> Link zu weiteren Ausführungen und zu einem Mitschnitt von P3-TV