Katholische Aktion
Christlich geht anders - Solidarische Antworten auf die soziale Frage
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19:30, Montag, 09. Dezember 2019
Seitenstetten,
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19:00, Mittwoch, 11. Dezember 2019
St. Pölten, Maria Ward Haus Lilienhof
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18:30, Freitag, 13. Dezember 2019
St. Pölten, Bildungshaus St. Hippolyt
 
 

Welche Parteien können Christinnen und Christen wählen?

Die Katholische Aktion lud am Abend des 4. Oktober, gemeinsam mit einem Kremser Personenkomitee, zu einer hochkarätigen Diskussion mit Politikern. Unter dem Motto „christlich geht anders“ wurden die Parteien auf ihre Positionen zum Thema soziale Gerechtigkeit angefragt.
Armin Haiderer, der Präsident der Katholischen Aktion betonte in seinem Eröffnungstatement, dass die gesellschaftlichen und politischen Situationen in Österreich komplexer und vielschichtiger geworden seien. Längst wählen kirchlich Engagierte auch andere Parteien als jene, die man am ehesten vermuten würde. Keine politische Partei Österreichs habe einen Alleinvertretungsanspruch auf die Marken „christlich“, „Solidarität“ oder „Gerechtigkeit“, auch innerhalb der Christinnen und Christen ist die politische Pluralität selbstverständlich. Wen man nun als Christ am besten wählen soll, hängt schlicht und ergreifend von der persönlichen Prioritätenliste ab. Liegt der persönliche Schwerpunkt etwa auf dem Gebiet des Umgangs mit Flüchtlingen, der Fokus auf Schöpfungsverantwortung und Ökologie, sind sie der Meinung, christliche Werte kommen am ehesten beim Umgang mit ungeborenem Leben bzw. dem Lebensschutz zum Vorschein, oder spielt für sie Bildung und die damit verbundene religiöse Erziehung an Schulen eine entscheidende Rolle, so ist die Entscheidung wen man als Christ wählen soll vermutlich jeweils eine Andere.

Abt Christian Haidinger und Gabriele Kienesberger stellten die Initiative „christlich geht anders“ vor. Auslöser zur Gründung war im Herbst 2016 die Kürzung der Mindestsicherung, es stellten sich viele Menschen die Frage: Ist Leben unter dem Minimum möglich? Können wir es zulassen, dass in Österreich, einem der reichsten Länder der Welt Armut und Armutsgefährdung zunimmt?

Zentrale Diskussionspunkt war, wie der Sozialstaat in die Zukunft geführt werden könne. Die Vorschläge waren so verschieden, wie die Programme der Parteien: Grundeinkommen für alle, Ökologisierung des Steuersystems, Entlastung von Familien und Kindern, Arbeit geringer besteuern, dafür Kapitalerträge höher, lebenslange Bildung, bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten für die Pension.

Abschließend fasste Armin Haiderer zusammen, dass es der Katholischen Aktion ein Bestreben ist, Kirche als mitgestaltende gesellschaftliche Kraft erfahrbar werden zu lassen. Verbunden mit einem Wahlaufruf bedankte er sich bei allen Politikern für ihr gesellschaftspolitisches Engagement.