Katholische Aktion
Christlich geht anders - Solidarische Antworten auf die soziale Frage
Okt
21
8:00, Samstag, 21. Oktober 2017
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9:00, Samstag, 21. Oktober 2017
Furth bei Göttweig, Stift Göttweig
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9:30, Samstag, 21. Oktober 2017
, Maria Langegg
 
 

Ökumene bedeutet, Freude der anderen am Glauben teilen

Foto: Prof. Josef Kreiml, Römisch-katholische Kirche, Pastor Lothar Pöll, Evangelisch-methodistische Kirche, Diakon Prof. Johann Krammer, Russisch-orthodoxe Kirche, Pfarrer Catalin Florin Soare, Rumänisch-orhtodoxe Kirche, Pfarrer Dragan Eric, Serbisch-orthodoxe Kirche, Superintendent Lars Müller-Marienburg, Evangelische Kirche, Vorsitzender des Ökum. AK NÖ-West, Gisela Malekpour, Evangelische Kirche, Ordinariatskanzler Gottfried Auer, Römisch-katholische Kirche, Pfarrer Walter Baer, Altkatholische Kirche

Die Weltgebetswoche zur Einheit der Christen steht heuer im Zeichen von 500 Jahre Reformation. Höhepunkt in Niederösterreich dazu war der Gottesdienst in der St. Pöltner Leopoldkapelle im Landhaus, das Motto lautete: „Versöhnung – die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5,14-20). Dabei wurde Positives angesprochen: Mit der Reformation sei die Bibel wieder verstärkt ins Licht gerückt, aber man erinnerte auch an Negatives, etwa die Verfolgung von Andersgläubigen. Aufgabe der Ökumene sei es jetzt, das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen. Die Predigt hielt der neue Superintendent Lars Müller-Marienburg, der kürzlich zum Vorsitzenden des Ökumenischen Arbeitskreises NÖ-West gewählt wurde.
 
Ökumene bedeute, die Freude der anderen Kirchen am Glauben zu teilen, auch wenn man es vielleicht nicht ganz verstehen könne, betonte Müller-Marienburg. Anhand des berühmten Evangeliums vom verlorenen Sohn könne sich jeder Einzelne und jede Kirche die Frage stellen, ob man eher der barmherzige Vater, der verlorene Sohn oder der treue Sohn sei. In der Ökumene seien alle felsenfest davon überzeugt, rechtgläubig und „die brave Kirche“ zu sein und dazu habe jede Kirche ihre Begründungsmuster.

Nach Müller-Marienburg gebe es drei Punkte zu beachten: Erstens würden alle Kirchen Respekt verdienen, da es allen um den Glauben ernst sei. Erst im letzten Jahrhundert würden die Kirchen sich gegenüber mit Achtsamkeit begegnen, aber auch jetzt gebe es noch Potenzial für Verletzungen in der Sprache. Zweitens sollten sich die Kirche vor Selbstgerechtigkeit schützen. Kirchen würden meinen, sie hätten eine ruhmreiche Geschichte und die richtige Lehre. Daher sollten sie andere um ihre Meinung fragen. Und drittens sollten sich die Kirchen auch untereinander Freude gönnen. Auch der ältere und treue Sohn aus dem Evangelium tue gut daran, dem jüngeren, der sein Vermögen verprasst hat, Lebensfreude, Ehrlichkeit und Mut zu sagen, dass er „Blödsinn“ tat, zuzugestehen.

Kirchen sollten also einander verstehen, nicht selbstgerecht sein und anderen ihren wunderbaren Glauben gönnen, so Superintendent Müller-Marienburg. Die frohe Botschaft aus diesem Evangelium laute: Gott liebt beide Söhne. Die Vielfalt der Kirchen sei keine Sünde. „Einheit haben wir, weil wir gemeinsamen Gott anerkennen“, so der NÖ-Superintendent. Wir sollten darauf vertrauen, dass Gott alle christlichen Konfessionen liebe und alle sein dürften. Außerdem habe er das Vertrauen, dass Gott dazwischen gehe, wenn wir wieder negativ übereinander reden würden.

Beim Gottesdienst wurde für eine Schule und für eine Werkstatt für Integration im bolivianischen Sucre gesammelt.

Organisiert wurde der Gottesdienst vom Katholischen AkademikerInnenverband der Diözese St. Pölten und vom Ökumenischen Arbeitskreis NÖ-West. Folgende Kirchen sind darin vertreten: die römisch-katholische Kirche der Diözese St. Pölten, Evangelische Kirche A u. HB, Evangelisch-Methodistische Kirche, Altkatholische Kirche, Serbisch-, Rumänisch- und Russisch-Orthodoxe Kirche.