Katholische Aktion
Christlich geht anders - Solidarische Antworten auf die soziale Frage
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PreisträgerInnen des Diözesanen Umweltpreises 2019
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Freitag, 05. März 2021
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19:00, Freitag, 05. März 2021
Horn, Röm. Kath. Pfarrkirche St. Georg /Horn
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18:00, Samstag, 06. März 2021
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„Tag des Judentums“: Christentum und Antisemitismus völlig unvereinbar

Bei der diözesanen Feier „Tag des Judentums“ im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt, betonte Axel Isenbart, Generalsekretär der Katholischen Aktion: „Es soll bei aller Trennung der christlichen Kirchen deutlich gemacht werden, dass diese ihre Verwurzelung im Judentum haben.“ Um das Judentum besser kennenzulernen, luden die Veranstalter Rabbiner Schlomo Hofmeister ein, der erzählte, „was Christen vom Judentum wissen sollten“. Damit bekamen die Teilnehmenden Auskunft über Glauben und Lebenspraxis von Juden aus erster Hand und autoristiertem Mund.

Schon die Konzilsschrift Nostra Aetate habe dazu aufgerufen, mehr über das Judentum in Erfahrung zu bringen. Das Judentum sei die älteste Religion Europas, in seinen 3000 Jahren habe es nie Revolutionen oder Umbrüche gegeben, sondern nur Weiterentwicklungen, so Hofmeister. Eigentlicher Gottesdienst für Juden sei es, sich mit den 613 Ge- und Verboten der Tora zu beschäftigen, die 10 Gebote seien dabei die Titelüberschriften. Es gelte dabei, die rituellen und zwischenmenschlichen Gebote in Einklang zu bringen. Trotz der Vielfalt innerhalb des Judentums gebe es in den Bereichen Rechtsauslegung und Gebet keine großen Unerschiede, Differenzen seien eher äußerlich und etwa am Gewand zu sehen. Es gebe also im Judentum eine Einheit, aber auch Untergliederungen. Viele Juden würden heute säkular leben, der überwiegende Teil würde aber an Gott glauben – unter Israels Juden seien dies 98 Prozent. Zum jüdisch-christlichen Dialog meinte Hofmeister, dass sich Jesus nicht als Brückenbauer zwischen Judentum und Christentum eignen würde. Jesus komme nur in der christlichen oder in römischer Literatur vor, in jüdischen Schriften der ersten vier Jahrhunderte dagegen nicht. Man habe nichts gegen ihn, das Judentum kenne ihn nur einfach nicht. Zentral seien Respekt, Dialog und Toleranz auf Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Jesus nicht ohne Judentum denken
Wer über Jesus spricht, müsse auch über Jesus als Juden reden und den Kontext, in dem er stand, so Josef Pichler, Neutestamentler an der Philosophisch-theologischen Hochschule St. Pölten. Der Experte zeigte die Vielfalt jüdischer Strömungen zur Zeit Jesu auf. Die Jesus-Bewegung sei eine von vielen Richtungen gewesen, die versucht hätten, die Vorschriften der Tora zu diskutieren und zu leben. Jesus habe sein Wirken als Wirken Gottes an seinem Volk verstanden. Der soziale Zusammenhang in dem Jesus stand, würde heute viel stärker als früher wahrgenommen werden. Es sei unjesuanisch, Jesus ohne das Judentum zu denken, Antisemitismus und Christentum seien völlig unvereinbar.