Katholische Aktion
Christlich geht anders - Solidarische Antworten auf die soziale Frage
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PreisträgerInnen des Diözesanen Umweltpreises 2019
Sep
25
19:00, Freitag, 25. September 2020
Amstetten, Kapelle im Pfarrhof
Nov
28
9:00, Samstag, 28. November 2020
Seitenstetten, Stift Seitenstetten / Maturasaal
Dez
1
Dienstag, 01. Dezember 2020
Seitenstetten, Berg 11
 
 

NÖ-Umweltpreis zeigt Riesenengagement der Pfarren

Niederösterreichs Pfarren passen auf die Schöpfung auf – und das mit Riesenengagement. Das wurde bei der 5. Umweltpreisverleihung durch das Land NÖ und der Diözesen St. Pölten und Wien bei einem Festakt im NÖ-Landhaus in St. Pölten wieder bewusst. Veranstalter war die Katholische Aktion. Die Pfarren Dorfstetten, Horn (Bezirk Horn), Absdorf (Bezirk Tulln), Schwadorf (Bezirk Wien-Umgebung) das Jugendzentrum Steppenwolf in St. Pölten sowie die evangelische Pfarre Mödling überzeugten die Jury in den verschiedenen Kategorien am meisten.


 
Folgende Maßnahmen und Einzelprojekte zählen ua. zum Umweltpreis: Schöpfungsfreundliche Pfarrfeste in dutzenden Pfarren, „Wir RADLn“ in die Kirche in 87 Pfarren, Energieberatungen in über 100 Pfarren und teilweise anschließende bauliche Maßnahmen sowie zahlreiche Jugendprojekte bei „72 Stunden ohne Kompromiss“.

„Wenn eine Pfarre angefangen hat, sich mit Ökologie und Schöpfungsverantwortung zu beschäftigen, zieht es weitere Kreise. Sowohl im Handeln der Pfarre als auch in der Bevölkerung. Und damit ist der NÖ-Umweltpreis ein Gewinn für alle: für die Natur und für die ganze Gesellschaft“, würdigte Bischof Klaus Küng die vielen Initiativen der Pfarren. Dieses Engagement unterstütze auch Papst Franziskus, der sage, Ressourcen seien so zu verwalten, dass künftige Generationen noch etwas davon haben.

„Die Bewahrung der Schöpfung ist unser aller Auftrag. Es freut mich, dass wir nun schon zum 5. Mal die besten Projekte gemeinsam auszeichnen dürfen“, so Umweltlandesrat Stephan Pernkopf. Er  habe gemerkt: Je aktiver Pfarren sind, desto mehr Umweltinitiativen gingen davon aus. Man erzähle etwa von Förderungen von Photovoltaikanlagen weiter. Wichtig sei die Vorbildwirkung, die von Pfarren ausgingen. Das Land Niederösterreich hat sich das Energieziel gesetzt, Strom bis zum Jahr 2015 zur Gänze aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen.

„Die Schöpfungsverantwortung ist uns Christen in die Wiege gelegt“, betonte der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland. Das sei kein Randthema, sondern zähle zu den zentralen Bereichen. Man könne gar nicht genug für die Schöpfung tun. Im Rahmen des 500-Jahr-Jubiläums der Reformation wolle die evangelische Kirche diesen Punkt besonders herausgreifen. Wesentlich sei dabei, bei sich selbst zu beginnen. Man wolle in allen evangelischen Diözesen des Landes das Kyoto-Ziel erreichen und bei allen Veranstaltungen Beiträge zum Umweltschutz liefern. Konkret werde zum Beispiel auch ein Öko-Strom-Pool geschaffen.

Der Wiener Weihbischof Franz Scharl sagte, die Kirchen müssten sich auch einen Spiegel vorhalten: „Wie lebe ich? Wie macht das die Kirche?“ Beim Thema Klimaerwärmung verwies er auf die Eigenverantwortung aller und Christen müssten andere motivieren, mehr zu tun. Außerdem forderte er dazu, dass man sich europaweit so schnell wie möglich von der Atomkraft verabschiede.

Für den Umweltbeauftragter der Erzdiözese Wien, Markus Gerhartinger, ist die Veranstaltung sehr bedeutsam: "Erstens ist es wichtig Vorzeigeprojekte zu premieren und Pioniere auszuzeichnen und zweitens hoffe ich, dass durch die tollen Beispiele andere Pfarren auf die Idee kommen auch was zu tun!" Sophie Schinnerl von der Katholischen Aktion St. Pölten betonte ebenfalls: „Ökologie ist in der Kirche nicht nur ein Randthema. Viel Nachhaltiges habe sich in den Pfarren schon etabliert, gerade von der Jugend gingen zahlreiche Initiativen aus.

Pfarre Horn: Nachhaltigkeit wird groß geschrieben

„Der Pfarrheurige in Horn lockte die Gäste nicht nur mit dem gemütlichen Beisammensein und dem köstlichen Essen, sondern auch mit Nachhaltigkeit“, so die Jury. Seit Jahren werde in der Pfarre Horn schon auf Bio-Speisen und Abwaschen statt Wegwerfen gesetzt. Weiters sei aufgefallen, dass es ein vollwertiges vegetarisches Gericht gibt - eine Seltenheit bei Festen dieser Dimension. Diesem Umweltgedanken wurde auch durch eine Kooperation mit dem Waldviertler Energie-Stammtisch Rechnung getragen: So konnten am Hauptplatz über 20 Elektrofahrzeuge probegefahren werden. Die Pfarre veranstaltet auch Vortragsabende zum Themenkreis Ernährung und Energie an. Im Sonntagsgottesdienst wird immer wieder das Thema Schöpfung eingebunden. Durch die mehrmalige Teilnahme am Umweltpreis der Diözese hat sich in der Pfarre ein Arbeitskreis „Umwelt und Nachhaltigkeit“ gebildet. Von diesem ausgehend gibt es im wöchentlichen Pfarrbrief in regelmäßigen Abständen Tipps, wie Nachhaltigkeit gelebt werden kann.

Jugendzentrum Steppenwolf in St. Pölten: 72 Stunden ohne Kompromiss

Das Jugendzentrum Steppenwolf war heuer bereits zum fünften Mal Schauplatz eines 72 Stunden – Projektes. 72 Stunden ohne Kompromiss stand heuer unter dem Motto Nachhaltigkeit und Fairness - und das lebten die Jugendlichen im Steppenwolf. Aus alten Waschmaschinentrommeln, alten Autoreifen, Gartenschläuchen und dergleichen wurden einzigartige Lampen gefertigt, ebenso neue Sitzgelegenheiten für den Außenbereich. Es mache einfach Sinn, aus Dingen, die andere wegschmeißen, etwas Brauchbares, Neues zu machen, so die Jugendlichen. Den Bienen wurde ein Nützlingshotel für den Außenbereich gebaut, gerade in der Stadt sei das eine sinnvolle Sache. „Ohne das Engagement der Jugendlichen hätten wir gar nicht die Möglichkeit, so viel zu verändern. Wir freuen uns jedes Mal wieder über die „72 Stunden ohne Kompromiss“ und überlegen immer schon ein Jahr im Voraus, was wir angehen“, erzählt Michael Hogl, Mitarbeiter im Jugendzentrum.

Pfarre Dorfstetten: Heizen mit Bioenergie

Der Neubau einer Heizungsanlage für die Pfarre Dorfstetten war nötig geworden. Der Pfarrkirchenrat entschied sich in Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Diözese für die Errichtung einer Hackgutanlage für den gesamten Pfarrbereich (Pfarrhof, Pfarrheim und Kirche). Auf Ersuchen der Gemeinde wurden auch die nebenstehende Volksschule und der örtliche Kindergarten, sowie das Forsthaus angeschlossen. So ist es ein Nahwärmeheizwerk geworden. Dazu ist die Pfarre der Genossenschaft Bioenergie Niederösterreich beigetreten, damit der rechtliche Rahmen gesichert ist. Für die Errichtung des neuen Heizwerks und des Lagerraumes musste zuerst der alte Pfarrstadl abgerissen werden. Möglich wurde der Bau durch die intensive Mitarbeit der Pfarrbevölkerung, mehrere tausend Stunden unentgeltliche Mithilfe. Wichtig war es ihnen Firmen aus der Region, mit Mitarbeitern aus dem Dorf zu beschäftigen. Weiters war es wichtig, dass sich der Bau in das Ortsbild einpasst. Versorgt wird das Heizwerk zur Gänze mit Hackgut aus dem eigenen Pfarrwald, so bleibt die Wertschöpfung im Ort. Die Pfarre ist stolz CO2 neutral zu heizen.

Die Preise sind je 800 Euro vom Land NÖ. Unterstützt wurde der Umweltpreis weiters von: Land Niederösterreich; Bio Austria NÖ und Wien; Qualitätsprogramm Gutes vom Bauernhof; Weltladen St. Pölten; der Energie und Umweltberatung Niederösterreich (EnU).

Das ganze Fotoalbum hier ...

 

Foto: Die diözesanen Siegerpfarren Dorfstetten und Horn sowie das St. Pöltner Jugendzentrum Steppenwolf